2026-09-13 Hübschhorn 3192m Belgischer Grat

Tourinfos

Tour: Alpintour
Gipfel: Hübschhorn 3192m
Datum der Tour: 13. September 2026
Schwierigkeit: S / 4c
Wegpunkte: 
Teilnehmer: Dominik, Olli

Bericht

Olli und ich sind in den letzten Jahren sehr oft am Simplon gewesen, einerseits, weil es dort tolle Touren zu machen gibt, andererseits auch, weil der Pass von Basel aus in gut 3h per ÖV erreichbar ist. Unterdessen haben wir so ziemlich alles abgehakt, ausser: Dem Hübschhorn 3192m. Es gibt zwei Routen auf diesen Berg, einerseits über die SW-Flanke, welche aus gut 1000hm eintönigem Schutt und Gerölll besteht (Gemäss SAC Führer "Diese Seite bildet eine einzige, grosse Trümmerhalde, die man überall besteigen kann. Trostlos mühsam, auch im Abstieg."), und andererseits der Belgische Grat, welcher schon von Brig her sichtbar ist. Allzuviel Information findet sich nicht im Internet, und was man findet, das widerspricht sich teilweise. Von "brüchig" bis "tolle Tour" findet man alle möglichen Meinungen. Höchste Zeit also, sich selber ein Bild davon zu machen. Mehrere Male hatten wir die Tour schon geplant, doch wegen des Wetters wieder absagen müssen. Die flechtenüberwachsenen Gneisfelsen müssen absolut trocken sein, sonst wird es schwierig bis unmöglich. Wir können ein Liedchen davon singen von unserem ersten Versuch am Breitloibgrat des Fletschhorns...

Die rechtzeitige Anreise am Samstag ermöglichte uns eine kleine Eingehtour über den Straffulgrat 2634m (T3), wo wir uns viel Zeit fürs Photographieren und Sünnele nahmen. Auch eine letzte Reko des Belgischen Grats war von dieser Tour auf der anderen Talseite gut möglich. Übernachtung im Hotel Simplon-Blick und dank bereitgestelltem Zmorge konnten wir die Tour am Sonntag gegen 7h starten. 

Die erste Stunde geht es auf den Ausläufern des ehemaligen Hübschhorngletschers zum Einstieg in den Grat (in einer südlichen Verschneidung) auf ca 2560m. Links des grossen Blocks (bzw etwas darunter) im 3. Grad aufklettern, oben sieht man einen einsamen Bohrhaken. Dann über Schrofen zum Grat. Hier bietet sich eine einmalige Gelegenheit für ein super Photo mit Bietschi im Hintergrund...

Während wir anfangs noch in Bergschuhen unterwegs waren, beschlossen wir beim ersten, etwas plattig-heiklen Aufschwung mit weit oben liegendem Schlaghaken, die Kletterfinken anzuziehen. Wir behielten sie bis zum Gipfel an, was die Kletterei deutlich angenehmer gestaltete. Die sanierte 4er Stelle im grauen Wändli lässt sich sehr angenehm begehen.

Bei ca 2950m steilt der Grat auf und wechselt in die gut sichtbare rote Schicht. Die früher übliche Route sieht grausam brüchig aus, da will man nicht durch. Besser rechts auf den grauen Felsen halten, bei genauem Blick sieht man auch die beiden Bohrhaken. Leider ist auch der graue Fels im weiteren Verlauf nicht mehr zuverlässig, selbst grosse Griffe und Blöcke wackeln und müssen vor Belastung geprüft werden. Glücklicherweise erlaubt der Fels auf dem ganzen Grat die Absicherung mit Cams und Nuts, und auch Schlingen lassen sich immer wieder gut legen. Der letzte Aufschwung kurz vor Schluss sieht auf den ersten Blick  heftig aus, dabei lässt er sich rechts bestens umgehen und kurz danach steht man auf dem vorgelagerten Gratstück. Ein paar Meter einfach in die Scharte abklettern, dann rechts haltend hoch und nach einem letzten "Kletterzug" steht man direkt beim Gipfelkreuz und freut sich des Lebens!

Abstieg über den mit vielen Steinmännli und blauen Punkten markierten Normalweg, wobei es eigentlich komplett egal ist, wo man durch geht, die Flanke ist überall gleich mühsam. Das abschliessende Bad im Rötelschsee wirkte belebend und das abschliessende Tourenbier im Simplon-Blick schmeckte bestens. So geht das!

 

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