2018-06-29 Grosser Diamantstock 3162m - Ostgrat

Tourinfos

Tour: Klettertour
Gipfel: Grosser Diamantstock 3162m
Datum der Tour: 29. Juni 2018
Schwierigkeit: 4+ / ZS+
Wegpunkte: 
Aufstieg: 
Abstieg: 
Teilnehmer: Dominik, Olli

Bericht

Der Ostgrat des Grossen Diamantstocks 3162m ist eine Kletterperle in den zentralen Alpen und verspricht dem Alpinkletterer schönste Erlebnisse. Auch wir wollten diesen Grat einmal beklettern, und nachdem wir im Herbst 2014 leider beim Notausstieg die Tour wegen falscher Zeit- und Materialplanung abbrechen mussten, kamen wir im Juni 2018 bestens vorbereitet und motiviert zurück.

Der Zustieg zur Bächlitalhütte führt in etwa 2-3h vom Grimselstausee steil durch Alpenrosenwiesen und zum Schluss über eine schöne alpine Schwemmlandschaft. Bei nebeligem Wetter könnte man meinen, man wäre irgendwo im Hohen Norden unterwegs.

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Alpenrosen à discretion Die Schwemmebene "Bächlisboden"

 

Einer der Schlüssel zur erfolgreichen Tour ist das frühe Aufstehen: Man hat mehr Zeit und vor allem wenig Leute vor sich! Daher standen wir auch schon um halb Sieben beim Einstieg in den Grat bei der Unteren Bächlilicken 2746, welcher gleich mal mit zwei ziemlich ruppigen 4er Seillängen aufwartet, inkl einem der wohl bescheuertsten gebohrten Stände in den Alpen. Das tut dem nachfolgenden Genuss aber keinen Abbruch und so kamen wir in unseren Kletterfinken flott voran. Von wilden Querungen über ausgesetzte Gratstellen ist alles vorhanden. Ab und zu findet sich auch ein Haken, aber wie üblich gilt der schöne Satz, welchen wir uns aus den Rockfax Kletterführer zu Eigen gemacht haben: "Bring a small rack!" Die Friends sind an der einen oder anderen Stelle hilfreich und Schlingen sollte man sowieso genug dabei haben.

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Der Bächlistock und Gross Diamantstock erstrahlen im ersten Morgenlicht Ankunft bei der Unteren Bächlilicke

 

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Blick zum Grateinstieg Schöne Querung

 

Das Topo im Plaisir Guide ist leider teilweise ziemlich irreführend. Vor allem wird jene Stelle nicht erwähnt, wo man zuerst etwas abklettern und dann auf einem horizontalen Band mit Friend gesichert in der Wand ziemlich weit traversieren muss. Die Weiterführung verleitet einen um eine Ecke herum, aber das ist falsch! Man muss schon vor der Ecke wieder hochklettern, leider nicht z.B. durch Bohrhaken o.Ä. erkennbar. Der Rückzug, wenn man mal an der Ecke steht, ist ziemlich heikel!

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 Hier muss man hoch!

 

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Gratgenuss Ein Spassvogel

 

Um 11h waren wir schon auf dem Gipfel angelangt und erfreuten uns des Lebens und des schönen Panoramas. Der Rückblick auf den gekletterten Grat ist beeindruckend. Der Abstieg ist dann nochmals eine Sache für sich. Man klettert über den SW-Grat ab den Steinmännern folgend, später in einer etwas schuttigen Rinne. Danach kann in der Nähe von Pt 3127 auf den Bändern abgeklettert werden und zuunterst in 4x abgeseilt. Achtung: Das Anziehen der Steigeisen (falls benötigt) sollte wegen der Steilheit des Gletschers schon vor der letzten Abseillänge gemacht werden, sonst wird es ein Balanceakt...

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Im Gipfelbereich Endlich (oder "leider schon?") oben

  

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Rückblick auf geleistetes Abseilen

Fazit

Der Ostgrat des Grossen Diamantstocks hat seinen guten Ruf zurecht. Für den versierten Alpinkletterer bietet er höchsten Genuss! Man sollte allerdings einigermassen routiniert und zügig unterwegs sein, sonst wird's ein unbefriedigender Tag für die Seilschaft sowie die nachfolgenden Kletterer.

Wir hatten ein 60m Seil dabei, empfohlen ist ein 50er und höchstwahrscheinlich reicht auch ein 40er. Dazu diverse Kevlar-Schlingen für die Zackensicherung, kleine bis mittlere Friends, Expressen und Karabiner. Abseilgerät nicht vergessen! Dazu noch Steigeisen und Pickel für den Gletscher.

 

 

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